Im Jemen hat ein von Saudi-Arabien unterstütztes
Militärbündnis nach jemenitischen Angaben die ölreiche Region Hadramaut
zurückerobert. Nach dem militärischen Vorstoß erklärten sich Separatisten, die im Süden des Jemen für Unabhängigkeit kämpfen, am Samstag zu Gesprächen bereit.
Beobachter werten dies als Zeichen, dass der ungewohnt offene Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Bürgerkriegsland Jemen zu Ende gehen könnte. Die beiden Golfmächte unterstützen rivalisierende Kräfte in der jemenitischen Regierung im Krieg gegen die Huthi-Rebellen, die wiederum vom Iran unterstützt werden.
Saudi-Arabiens Truppen erzielten “Rekorderfolg”
Die von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte hätten bei dem am
Freitag gestarteten Einsatz einen “Rekorderfolg” gegen die von den
Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte STC-Miliz erzielt, teilte der
Vorsitzende des jemenitischen Präsidialrates, Raschad al-Alimi, mit. Das
Militärbündnis habe “alle Militär- und Sicherheitsstellungen in der
Provinz” an der Grenze zu Saudi-Arabien zurückerobert.
Zwei Militärvertreter der jemenitischen Regierung hatten
zuvor der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, dass sich auch die angrenzende Region
Mahra und deren Streitkräfte widerstandslos auf die Seite der von
Saudi-Arabien unterstützten Truppen gestellt hätten.
Die von den Emiraten
unterstützte STC-Miliz gehört zwar formal der international anerkannten Regierung des
Jemen an. Sie streitet aber seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat im
Südjemen, wie er bereits von 1967 bis 1990 bestand.
Separatisten stimmen Dialog zu
Nach dem militärischen Rückschlag verkündete die STC-Miliz, sie begrüße Saudi-Arabiens Einladung zu Gesprächen in Riad. Das saudische Außenministerium hatte diese angesetzt, um “alle
südlichen Gruppierungen zusammenzubringen, um die richtigen Lösungen für die
Sache des Südens zu diskutieren”. In einer
Erklärung bezeichnete die Miliz die
saudische Initiative als “echte Chance für einen ernsthaften
Dialog”.
Um die diplomatischen Bemühungen zu unterstützen,
traf sich zudem Tarek Saleh, ein Mitglied des jemenitischen
Präsidialrates, mit dem saudischen Verteidigungsminister Prinz
Chalid bin Salman. Zuvor hatten die von Saudi-Arabien
unterstützten Regierungstruppen die wichtige Hafenstadt Mukalla
und weitere Gebiete von den Separatisten zurückerobert.
Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Emiraten
Eine Blitzoffensive der STC-Miliz im Dezember hatte zu einem offenen Bruch zwischen den einstigen Verbündeten Saudi-Arabien und den Emiraten geführt. Beide Länder
führen eigentlich eine Militärkoalition an, die im Jemen gegen
die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft.
Doch im Dezember hatten die Separatisten die ölreiche und an Saudi-Arabien angrenzende Provinz Hadramaut sowie
auch Teile der benachbarten Provinz Mahra an der Grenze zum Oman unter ihre
Kontrolle gebracht. Saudi-Arabien, das die international anerkannte
Regierung stützt, hatte den Emiraten vorgeworfen, den STC zu der Offensive gedrängt zu haben. Die
Emirate dementierten dies. Saudi-Arabien bombardierte daraufhin eine Basis und forderte den
Abzug der verbliebenen VAE-Truppen.
Der Jemen ist seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch
gespalten in einen von den Huthis kontrollierten Norden und den Süden, den das
fragmentierte Regierungsbündnis kontrolliert.






