Den neunten Tag in Folge demonstrieren Menschen im Iran gegen die autoritäre Staatsführung. Menschenrechtler sprechen von Dutzenden Toten und mehr als 1.200 Festnahmen.
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Bei den seit neun Tagen andauernden Protesten im Iran sind laut Angaben von Menschenrechtsaktivisten mittlerweile mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien auch zwei Mitglieder der Sicherheitsorgane des Regimes. Bei den landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Staatsführung seien außerdem mehr als 1.200 Menschen festgenommen worden, teilte das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk Hrana mit.
Den Aktivisten zufolge gab es in den vergangenen Tagen in mindestens 88 Städten im Iran Protestkundgebungen. Aus fast allen Provinzen wurden Demonstrationen gemeldet. Auch in Metropolen wie Teheran und Maschhad gingen die Menschen auf die Straßen. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht gegen die Protestierenden vorzugehen.
Zahlreiche Studierende an Protesten beteiligt
Laut Hrana haben sich Studierende an landesweit mindestens 17 Universitäten den Protesten angeschlossen. Auf dem Campus an der Hochschule in Birdschand kam es am Montagabend zu gewaltsamen Festnahmen. Das berichtete die Hochschulzeitung Amir-Kabir.
Ausgelöst wurden die Proteste durch die Wirtschaftskrise und die sehr hohe Inflation. Die Demonstrierenden werfen dem obersten Führer des Irans, Ali Chamenei, unter anderem vor, das Land mit seiner kompromisslosen Politik in die internationale Isolation geführt zu haben.






